Zweiter NACHMANN-TALK: „Liebe & Hass“
27.07.2017

 

Nach der gelungenen Premiere im März lud die Kanzlei Nachmann Rechtsanwälte zur zweiten Ausgabe des NACHMANN-TALK am 21. Juni 2017 Mandanten, Freunde und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in die Walter Storms Galerie in München ein.

Nach „Führung & Respekt“ bei der Erstausgabe hatte man diesmal das Thema „Liebe & Hass“ gewählt und sich erneut vier Talk-Gäste auf das Podium eingeladen: die Astrologin und Lebensberaterin Jasmin Rachlitz, den ehemaligen Leiter der Münchner Mordkommission und Bestsellerautor Josef Wilfling, den Leiter der Abteilung Islamische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg Dr. Abdel-Hakim Ourghi und den Schauspieler Martin Gruber. Die Moderation lag in den bewährten Händen von Fachjournalist Tobias Kurzmaier.

 

Jasmin Rachlitz, die u.a. das Tageshoroskop in der BILD-Zeitung verfasst, arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Astrologin. Ihr Credo lautet: „Wenn man einen Menschen insbesondere über viele Jahre begleitet, wird deutlich, wie zuverlässig die Sterne sind und wie man persönliche Entwicklungen schon Jahre voraus einschätzen kann.“ Rachlitz erklärte, dass sich freilich 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde nicht schablonenhaft exakt in zwölf Sternkreiszeichen einteilen lassen, aber gewisse Grundzüge und Charaktereigenschaften würden meistens zutreffen. Wichtig ist der Astrologin zufolge der jeweilige Aszendent, der für die Facetten der Persönlichkeit verantwortlich ist. Auf die Frage, welche Sternzeichenkonstellation denn in der Liebe die erfolgversprechendste und dauerhafteste ist, antwortete Rachlitz: Widder und Stier.

 

Josef Wilfling hat in seinem Berufsleben mehrere hundert Tote gesehen, darunter auch einige Prominente wie Walter Sedlmayr und Rudolph Moshammer. Wilfling war bis 2009 Leiter der Münchner Mordkommission und hat nach seiner Pensionierung die drei Bestseller „Abgründe“, „Unheil“ und „Verderben“ geschrieben. Der Kriminaloberrat a.D. vertritt die These: „Jeder Mensch kann zum Mörder werden.“ Nach Wilfling werden 90% aller Morde von Männern begangen und nur 10% von Frauen, wobei die häufigsten Mordmotive Hass, Neid, Eifersucht, Trieb und Gier seien. Nachdenklich erzählte Wilfling, wie er selbst schwierige Situationen wie etwa die Überbringung einer Todesnachricht verarbeite, gerade wenn die Opfer Kinder waren. Der erfahrene Polizist gab aber auch Skurriles preis: Der siebenfache Frauenmörder Horst David, den er überführen konnte, schrieb ihm jahrelang aus dem Gefängnis zu Weihnachten und Ostern Postkarten „mit schönen Grüßen“.

 

Aus dem Breisgau war der in Algerien geborene Islamwissenschaftler Dr. Abdel-Hakim Ourghi angereist. Ourghi ist Verteidiger und Anhänger der Koran-Auslegung von Mekka in den Jahren 610 bis 622, die universal sinnstiftende Lehren im ethischen Sinn beinhaltet. Der Religionspädagoge ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch beim NACHMANN-TALK attestierte der gläubige Muslim dem Islam „radikal Böses“ sowie „Herrschsucht und Zerstörungslust“. Scharf kritisierte Ourghi einige Moscheen und Moscheevereine in Deutschland, die ihm zufolge einen „massiven Beitrag zur islamistischen Radikalisierung junger Muslime“ leisten. Er plädierte für eine strikte Kontrolle dieser „ferngesteuerten Moscheen“ durch den Staat. Ourghi forderte „mehr Selbstkritik der Muslime“ und ermunterte sie, auch „Kritik am Propheten“ zu üben. Das Kopftuch bezeichnete er als „Symbol der Ausgrenzung“ und sprach sich für ein Verbot von Burka und Burkini aus. Laut Ourghi sind „Emanzipation und Feminismus damit nicht vereinbar.“

 

Mit nur 950 DM in der Tasche wagte der Schauspieler Martin Gruber Anfang der 1990er Jahre den Sprung über den Atlantik und absolvierte eine Schauspielausbildung an der renommierten William Esper School und am Actors Movement Studio in New York. Seit den 2000er Jahren ist Gruber einer der gefragtesten deutschsprachigen Serienschauspieler und in großen Produktionen bei ARD und ZDF immer dann zu sehen, wenn es hauptsächlich um Liebe geht. Er erzählte unter anderem von der Herausforderung, mit zumeist bis dato ihm unbekannten Schauspieler-Kolleginnen dem Fernsehzuschauer persönliche und intime Momente glaub- und ernsthaft vermitteln zu können. Ganz im Zeichen der (Nächsten-)Liebe gründete Martin Gruber 2014 seine eigene Stiftung, die Martin Gruber Stiftung, die sich unter dem Motto „Perspektiven geben – Chancen leben“ um Kinder und Jugendliche, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind, kümmert. Heuer wurde Gruber zum Botschafter der José Carreras Leukämie-Stiftung ernannt.

 

Am Ende der Gesprächsrunde dankte Moderator Tobias Kurzmaier den Podiumsgästen für ihre interessanten Beiträge und dem Publikum angesichts der 35 Grad Außentemperatur für ihr zahlreiches Erscheinen.

 

Die nächste Ausgabe des NACHMANN-TALK ist für den 8. November 2017 geplant.