Dritter NACHMANN-TALK: „Fake & News“ am 8. November 2017
07.12.2017

 

Nach „Führung & Respekt“ und „Liebe & Hass“ hatte das Team der Nachmann Rechtsanwälte das Thema „Fake & News“ für die dritte Ausgabe des NACHMANN-TALK gewählt. Veranstaltungsort dafür war erneut die Galerie Walter Storms in München. Die Moderation übernahm wieder Fachjournalist Tobias Kurzmaier.

Das Auditorium bestand aus Mandanten und Freunden der Kanzlei Nachmann, unter denen Inhaber Josef Nachmann bereits zum zweiten Mal den Präsidenten des Bayerischen Landeskriminalamts Polizeipräsident Robert Heimberger nebst Gattin als Ehrengäste begrüßen durfte. Das Podium besetzten vier Talk-Gäste, die alle aus ganz verschiedenen Blickwinkeln das weite Themenfeld Betrug, Manipulation, Illusion und Nachrichten diskutierten.

 

Maja Weber, Journalistin und Moderation der heute Xpress Nachrichten beim ZDF berichtete von der Arbeit der heute-Redaktion im ZDF und wie sehr sich die Arbeitsbedingungen im Journalismus seit dem Aufkommen „alternativer Fakten“ und „fake news“ geändert hätten. So werde beispielsweise eine Breaking News über eine Katastrophe mit Toten und Verletzten erst dann gesendet, wenn sie von zwei Nachrichtenagenturen unabhängig voneinander bestätigt worden sei, so Weber. Bedenklich und unerfreulich sei laut Weber die Entwicklung, dass in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter die Anfeindungen und Beleidigungen gegenüber Posts der heute-Redaktionen deutlich zunähmen, wobei sich die Absender auch nicht mehr hinter der Anonymität versteckten. „Die Hemmungen sind da längst gefallen“, bedauerte die ZDF-Moderatorin.

 

Aus Berlin kam der Geschäftsführer des gemeinnützigen Idealvereins foodwatch, der sich für die Rechte der Verbraucher in der Lebensmittelbranche einsetzt, Martin Rücker nach München. Rücker, von Moderator Kurzmaier als „oberster Essensretter der Nation“ tituliert, räumte gleich zu Beginn mit der „fake news“ auf, Bioprodukte seien generell und immer besser als Waren, die der konventionellen Landwirtschaft entstammten. Es sei nicht nur die Kennzeichnung der Produkte als „Bio“ wichtig, sondern es sei v.a. auch von Bedeutung welches Management bei der Haltung der Tiere dahinterstecke, so Rücker. Gefaked werde heute in der Lebensmittelindustrie mehr denn je, beklagte der gelernte Journalist. Daher hat foodwatch bereits zum siebten Mal in Folge die Online-Abstimmung zum Anti-Preis „Der Goldene Windbeutel“ initiiert, bei der gravierende Etikettenschwindel entlarvt werden. Für den größten Lacher in der Runde sorgte dabei die Ochsenschwanzsuppe, die auf Nachfrage beim Hersteller „aus Qualitätsgründen“ ohne Ochsenschwanz verkauft wird.

 

Der Einladung des Nachmann-Teams folgte aus Lindau vom Bodensee Deutschlands bekanntester Schönheitschirurg Prof. Dr. Dr. med. habil. Werner Mang, der im vergangenen Jahr seine Autobiographie mit dem Titel „Das wird ja immer schöner…“ veröffentlicht hat. Mangs Karriere begann Mitte der 1980er Jahre im Klinikum rechts der Isar in München, als sich Götz George als Tatort-Kommissar Schimanski bei Drehaufnahmen die Nase gebrochen hatte. Der junge Assistenzarzt Mang operierte Georges Nase und die Presse hatte ein großes Thema. Von da an war der Name Mang ein fester Begriff in Deutschland. 2003 eröffnete er die neue Bodenseeklinik in Lindau, die heute größte für ästhetische Chirurgie in Europa. Mang sagt von sich selbst: „Menschen mögen mich oder sie hassen mich. Im Bereich Medizin bin ich das, was Dieter Bohlen in der Musik ist“. Mang, 68 Jahre alt, gestand ein, dass er einige Operationen, die er früher mal gemacht habe, heute nicht mehr durchführen würde. „Ich habe Frauen zu Pamela Anderson und Männer zu Brad Pitt umgebaut, war sogar noch stolz darauf.“ 80 Prozent seiner Patienten seien Frauen und viele davon würden sich dem Professor zufolge selbst ohne jede Not zum Fake machen, weil sie sich hässlich fänden, obwohl sie es objektiv betrachtet nicht seien, und ließen sich dann auf eigenen Wunsch verfremden.

 

Für internationales Flair auf dem Podium sorgte der vierte Gast aus dem Nachbarland Österreich. Dort in Salzburg betreibt Manuel Horeth seit 2011 sein eigenes Institut zur Optimierung mentaler Prozesse. Deutschlandweit wurde Horeth 2009 bekannt, als er als Mentalist an der ProSieben-Show „The Next Uri Geller“ teilnahm und dort den zweiten Platz belegte. Auf Frage von Moderator Kurzmaier, wie man denn Mentalist werden würde, antwortete Horeth, es sei nicht so gewesen, dass er eines Tages aufgewacht sei, von Uri Geller geträumt und am Frühstückstisch angefangen habe, Löffel zu verbiegen. Er habe sich einfach schon immer besonders für Denkprozesse, Sprache und Kommunikation interessiert, daher auch eine Sprachausbildung am Mozarteum in Salzburg absolviert, so Horeth. Sein erstes Buch trägt den Titel „Wir sind alle Mentalisten – Das Geheimnis der fünf Sinne“. Dass dem tatsächlich so ist, stellte er dann auch unter Zuhilfenahme einiger per Zufall ausgewählter Gäste aus dem Publikum unter Beweis. Eine Frau bat er, die Augen zu schließen und an einen Ort zu denken, mit dem sie ausschließlich positive Erinnerungen assoziiert. Horeth schrieb für alle anderen sichtbar die ägyptische Bucht Soma Bay auf eine Tafel. Als er die Frau bat, ihre Augen wieder zu öffnen und den Ort, an den sie gedacht hatte, zu nennen, antwortete sie Soma Bay. Horeth bat dieselbe Dame dann, ihre Hand auf ihren Kopf zu legen und und mit ganzer Kraft an ein schönes Erlebnis zu denken. Sowohl Polizeipräsident Heimberger als auch Prof. Mang gaben mit aller Kraft ihr Bestes, die Hand der Frau vom Kopf zu nehmen, scheiterten aber beide. So viel Verblüffung gab es beim Nachmann-Talk noch nie.

 

Die nächste Ausgabe des Nachmann-Talks ist für März 2018 geplant